Ich habe eine Email von einem fanatischem Anhänger der neuen Deutschen Rechtschreibung erhalten. Er bemängelt mit drastischen Worten, meine Website würde eben diese Rechtschreibreform ignorieren.

In der Tat, diese Freiheit nehme ich mir. Und ich habe, wie ich glaube, eine Reihe guter Gründe dafür:

  • Welche Rechtschreibreform? Schließlich wurde die Reform ja gleich zweimal reformiert! (siehe Wikipedia zu diesem Thema)
  • Letztlich können Rechtschreibregeln nur definieren, was Kinder in der Schule lernen.
  • Wann immer der Staat versuchte, die Regeln zu definieren und ihre Einhaltung zu erzwingen, scheiterte er. Er wird auch in Zukunft scheitern.

Sprache ändert sich fortwährend. Die Aufgabe z.B. des Duden ist ja nicht etwa, Regeln aufzustellen, sondern vielmehr die Regeln aus dem aktuellen Gebrauch der Sprache (Gegenwartssprache) abzuleiten und zu dokumentieren.

Mit der Zeit ändert sich jede Sprache:

  • Neue Wörter kommen hinzu (Teuro)
  • Wörter kommen aus der Mode (Sommerfrische)
  • Wörter ändern ihre Bedeutung (echt jetzt?!)
  • Grammatikalische Regeln ändern sich (Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod)

Selbstverständlich stößt dies auf Widerstand, vor allem bei der älteren Generation. Früher war eben alles besser, während heutzutage ja nicht einmal mehr die Zukunft ist, was sie mal war.

Etliches in der neuen Deutschen Rechtschreibung ist eine klare Verbesserung. Trifft es meinen Geschmack dann übernehme ich es. Etliches ist unsäglich daneben, vor allem bezüglich der Aus Ein Ander Schreibung. Das ignoriere ich besonders gerne.

Zudem lebe ich seit 2005 in UK; ich habe ehrlich gesagt andere Sorgen, als mich um den derzeitigen Stand jener Reform zu kümmern, sorry.